Indoor radeln Naturfreunde Pucking einst und jetzt

Indoor Radmarathon vs. Tour de Zwift

 

Einst, in den guten alten Zeiten, veranstalteten wir im Februar immer den Indoor 6 Stunde Radmarathon! Das hieß Radl, Walze und Verpflegung ins Auto packen und ins NF-Heim nach Pucking düsen. Dort wieder alles auspacken und aufstellen! Den Kuchen fürs Büfett abgeben, den die liebe Gattin gebacken hatte, und ab in den Sattel!

Es wurde je nach TV-Programm ein Skirennen oder diverse Filme geschaut und natürlich unendlich viel über Radfahren oder irgendwelche andere Sportliche Aktivitäten gequatscht.  Der eine oder andere Triathlet ging zwischenzeitlich auch noch eine Runde Laufen. Auch Indoor Biathlon hatten wir mal, volle Kanne am Ergometer fahren dann mit einem Lasergewehr auf verschieden Ziele schießen. Ihr seht, das war immer eine große Hetz und hat uns viel Spaß gemacht. Aber das Auf- und Abbauen freute uns gar nicht und so geriet diese schöne Tradition in Vergessenheit. ;(


Wir schreiben nun das Jahr 2022 und die Digitalisierung braust nur so dahin.
Einige Radler aus dem Verein investierten in der Saison 2020/21 in eine schlaue Walze und trafen sich in den Wintermonaten immer mal wieder im WWW zum „Zwifteln“.

Im Frühjahr konnte man diese Kandidaten ganz einfach daran erkennen, dass sie vorne fuhren. Und wir, die im Winter an der Körperform gearbeitet hatten, ja wir hatten das Nachsehen (wortwörtlich). Das hieß für einige aufrüsten und ab der Wintersaison 2021/22 wurde zurück geradelt 😊

Die Dienstags- und Freitagsausfahrten konnten nun virtuell auf Zwift abgehalten werden. Einfach genial! Und es fühlt sich auch nach Vereinsausfahrt an, denn am Ende gibts immer wen der a bissal sterben muss.

Doch der Frieden währt nicht lange. Irgendwer kam drauf, dass die „Tour de Zwift 2022“ ansteht! Das bedeutete 8 Etappen in 4 verschiedenen Kategorien, wobei A die stärkste, C die leichteste Kategorie war. Das passte wunderbar zu unserem zwei Ausfahrten pro Woche Rhythmus!

Natürlich war von Anfang an klar, dass wir Kat. A fahren (was sonst). Dazu verlockte auch die erste Etappe - „Flat is Flat- R.G.V.“ mit 214 HM auf 49 KM. Was der Stage an Höhenmetern (HM) fehlte machte der Männliche Ehrgeiz schnell wieder wett. Wir fuhren jeder an der Kotzgrenze damit ein gutes Ergebnis dabei rauskam. Am Ende des Rennens gabs natürlich eine sehr ausführliche WhatsApp Diskussion das man es bei der zweiten Etappe wesentlich gemütlicher angehen wolle!

Fix, denn Etappe 2 mit dem passenden Namen „Mountain Madness- Tour of Fire and Ice“ hatte zwar nur 28,2 km dafür gingen diese aber „tendenziös“ bergauf und so standen am Ende der Stage 1164 HM am Tacho!

Völlig fertig und nach dem Sinn dieser Tour(tur) fragend macht sich der Tross auf, um die dritte Etappe in Angriff zu nehmen. „Round and Round- Farmland Loop“ umfasste 39,2 km die sich auf 5 Runden aufteilten. Dabei waren gesamt 285 HM zu überwinden. Wer vorher noch gesagt hatte „heute gehe ich‘s gemütlich an!!“ der hechelte jetzt dem Peloton nach und versuchte in die Ausreißergruppe zu kommen. Wieder ein Lactatgemetzel vom Feinsten.

Bei der vierten Etappe – „Let´s get Dirty- Serpentine“ hieß es aber zuerst in den „DropShop“ und neues Material checken! Die Rennradgruppe musste umsatteln auf MTB oder Gravel! Denn jetzt galt es auf Schotter 26,8 km mit 206 HM zu überwinden.  Erstaunlich für uns alle war, dass man tatsächlich einen Unterschied zwischen einem Rennrad und Gravel bzw. MTB auf Zwift merkte. Unglaublich wieviel Energie hier für den Vortieb aufgeboten werden musste. Das tat aber auch hier dem Ehrgeiz keinen Abbruch! Einfach so im Feld mitschwimmen ist nicht! Hier fragten sich schon einige wann denn endlich dieser Wahnsinn sein Ende findet.

Kaum hatten sich die müden Beine erholt gings auch direkt weiter zu der fünften Etappe – „Urban Delight- UCI WM Course 2015“. Die da wohl als Art Ruhetag angesehen werden konnte, denn die 33,1 km mit 284 HM waren selbst für mich schnell und relativ stressfrei erledigt.

Die Tour de Zwift neigte sich mit Etappe sechs - „Go Long- The London Pretzel“ sicher aber langsam dem Ende zu. Gelogen wäre es, wenn wir nicht ab und dann überlegt hätten doch auf Kat. B oder C zurückzusteigen. Um wenigstens die leidigen HM zu sparen! Aber nix da! WIR fahren A und das hieß dann auch mal wieder 56,5 km mit 475 HM herunter zu reißen.

Aber alles vergeht und wir alle konnten die Ziellinie förmlich schon hören!

Das laute Jubeln - die Kirtag Stimmung - die Anfeuerungsrufe vom Straßenrand.

Ja so realistisch kann Zwift gepaart mit einer akuten Lactat Überdosis sein. Schnell die Regeneration mit dem Elektrolyten der Wahl einleiten und passives Stretchen auf der Couch betreiben. Das Leben eines Profils halt 😉

Wieder ein Dienstag wieder alles vorbereiten für die Etappe. Die Beine sind schon etwas leer auch die Motivation hat stark nachgelassen, aber wie ist der Slogan von uns NF Puckinger?

„Des is hoid jetzt a moi a so!!“


Also auf gehst, Etappe 7 „Escalator- Royal Pump Room 8“ in Yorkshire mit 27,7 km mit 490 HM. Breiten wir doch das weiße Tuch des Schweigens und Vergessens drüber. Hauptsache ist doch das Ziel und diesen „*#/-!ß%&$§““*/ “ Kurs halbwegs überstanden zu haben.

!Yes! letzte und 8te Etappe „Big City Champs- 2022 Cycling Esports WC“ in New York. 55 km sind klar aber wo zum Teufel kommen denn diese HM schon wieder her!? Wie kann man 943 HM in Big Apple fahren!? Das Ganze erklärte sich relativ schnell an der ersten Steigung,

Zwift hat „Glasradwege“ gebaut, und diese aus Platzmangel natürlich in die Höhe gelegt. Das muss man halt dann auch rauf pedalieren! Realistisch wie Zwift nun mal ist, haben die die Haftung an den Untergrund „Glas“ angepasst. So ging ein Teil des mühsam erarbeiteten Vortriebs flöten, was die Laune ungemein hob! Die Runde wurde 2 mal gefahren und die letzten 300m zum Ziel gingen nochmals RICHTIG steil rauf. Der Zielbogen markierte das Ende der Etappe und Gott sei Dank auch das Ende der TorTour!

Und natürlich haben wir ein NF internes Ranking gemacht ;-P